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Die 5 Sicherheitsregeln beim Arbeiten an elektrischen Anlagen

1. Freischalten

2. Gegen Wiedereinschalten sichern

3. Spannungsfreiheit feststellen

4. Erden und Kurzschließen

5. Benachbarte, spannungsführende Teile abdecken

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Freischalten

Als Freischalten bezeichnet man das allpolige Trennen einer elektrischen Anlage von spannungsführenden Teilen. Dabei ist zwischen spannungsführendem und spannungslosem Anlagenteil eine je nach Betriebsspannung unterschiedlich lange Trennstrecke herzustellen.

Aus Sicherheitsgründen muss bei Arbeiten an elektrischen Betriebsmitteln mit Betriebsspannungen über 50 V Wechselspannung bzw. 120 V Gleichspannung stets freigeschaltet werden, sofern keine besonderen Maßnahmen zum Arbeiten unter Spannung getroffen werden.

An der Arbeitsstelle müssen vor Arbeitsbeginn alle Spannung führenden Leitungen allpolig abgeschaltet werden. Das kann durch das Betätigen von Hauptschaltern, das fachgerechte Entfernen von Sicherungen, das Ziehen von Steckverbindungen usw. erfolgen. Schaltet der Arbeitende nicht selber frei, darf mit der Arbeit erst begonnen werden, wenn die mündliche, fernmündliche, schriftliche oder fernschriftliche Bestätigung der Freischaltung vorliegt. Die Vereinbarung eines Zeitpunktes, zu dem freigeschaltet werden soll, ist nicht zulässig. Der vor Ort mit der Arbeit beauftragte Arbeitnehmer muss die Spannungsfreiheit durch geeignete Mess/Prüfmittel die allpolige Spannungsfreiheit feststellen (< 1 kV zweipolige Prüfmittel, > 1 kV der Spannungshöhe entsprechende einpolige Hochspannungsprüfer oder kapazitive Prüfeinrichtungen).

Gegen Wiedereinschalten sichern

Um zu vermeiden, dass eine Anlage, an der gerade gearbeitet wird, irrtümlich wieder eingeschaltet wird, muss ein Wiedereinschalten zuverlässig verhindert werden. Dazu werden beispielsweise die herausgedrehten Sicherungen durch abschließbare Sperrelemente ersetzt oder Leitungsschutzschalter mit Klebefolien abgeklebt. Manchmal ist es auch möglich, den Hauptschalter, den Schaltschrank oder den Sicherungskasten mit einem Vorhängeschloss zu sichern. Für die Dauer der Arbeit muss ein Verbotsschild gegen Wiedereinschalten angebracht sein.

Spannungsfreiheit feststellen

Das Feststellen der Spannungsfreiheit in Niederspannungsnetzen, dies sind elektrische Anlagen mit Betriebsspannungen unter 1 kV, darf nur eine Elektrofachkraft oder eine elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) und nur mit dafür geeigneten Geräten oder Einrichtungen durchführen.

Das Spannungsfreiheitfeststellen bei Hochspannungsanlagen mit Betriebsspannungen ab 1 kV darf nur durch eine Elektrofachkraft und nur mit dafür geeigneten Geräten oder Einrichtungen geschehen. Die Verwendung von Universalmessgeräten ist wegen der hohen Unfallgefahr in energiereichen Anlagen untersagt. Es muss stets allpolig, d. h. an jedem einzelnen Leiter, die Spannungsfreiheit festgestellt werden.

Bei Spannungsprüfern für Anlagen bis 1 kV handelt es sich in der Regel um eine zweipolige Ausführung (Spannungsprüfer: mit Glimmlampe und Tauchspulmesswerk, mit Glimmlampe und Dreheisenmesswerk, mit Leuchtdioden und Funktionstest). Entweder wird eine vorhandene Spannung durch eine aufleuchtende Glimmlampe, durch ein Messgerät oder durch Leuchtdioden angezeigt. Mit diesen Geräten lässt sich auch die ungefähre Spannungshöhe der Anlage ermitteln, neuere Prüfgeräte besitzen einen Unwuchtmotor, dessen Frequenz von der zu messenden Spannungshöhe abhängig ist. Spannungsprüfer für Anlagen mit Nennspannungen über 1 kV sind einpolig.

Die eingesetzten Spannungsprüfer müssen der jeweiligen Nennspannung entsprechen und sind vor und nach Spannungsfreiheitfeststellen zu prüfen, das heißt, diese sind an einer definitiv spannungsführenden Quelle auf Funktionalität zu testen: vorher, weil der Spannungsprüfer defekt sein könnte, und danach, weil der Spannungsprüfer nach dem „Vorprüfen“ einen Defekt erleiden könnte. Einpolige Hochspannungsprüfer für Nennspannungen über 1 kV besitzen heute eine eingebaute Testeinrichtung, wodurch der Funktionstest vereinfacht wird.

Erden und Kurzschließen

Nach Feststellen der Spannungsfreiheit werden die Leiter und die Erdungsanlage mit kurzschlussfesten Erdungs- und Kurzschließvorrichtungen miteinander verbunden. Diese Maßnahme bewirkt, dass bei irrtümlichem Einschalten die vorgeschalteten Überstromschutzorgane auslösen und dass sich parallel liegende Leitungen nicht aufladen (z. B. bei Freileitungen).

Im Bereich der neuen Bundesländer wird zwischen einer freimelde- und freigabebereiten Arbeitsstelle unterschieden: Wird nur an den Schaltstellen geerdet und kurzgeschlossen, so ist das freigeschaltete Anlagenteil freimeldebereit. Wird zusätzlich an der Arbeitsstelle geerdet und kurzgeschlossen, so ist dieses Anlagenteil freigabebereit.

Zu beachten ist auch, dass zuerst geerdet und erst dann kurzgeschlossen wird. In Anlagen mit Nennspannungen bis 1 kV, mit Ausnahme von Freileitungen und Verteilernetzen, darf das Erden und Kurzschließen unterbleiben, wenn die Regeln 1 bis 3 vorschriftsmäßig durchgeführt wurden.

Benachbarte, spannungsführende Teile abdecken

Oft kann eine unzulässige Annäherung zu benachbarten unter Spannung stehenden Anlagenteilen nicht ohne Weiteres verhindert werden. In so einem Fall müssen diese Anlagenteile durch feste und zuverlässig angebrachte isolierende Abdeckungen gegen zufälliges Berühren gesichert werden. Offen liegende Drähte sollten mit zum Querschnitt passenden Tüllen oder mit Isolierband gesichert werden.









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Allgemeiner Hinweis: Das Arbeiten an der elektrischen Anlage kann Lebensgefährlich sein.  Aus rechtlichen Gründen weise ich Sie darauf hin, dass alle Schaltbeispiele und Erklärungen in Schrift und Bild, keine vollständigen Installationsanleitungen für elektrische Anlagen sind.  Wir geben Ihnen hier lediglich Tipps, Hilfe und Anregungen. Der Betreiber dieser Seite übernimmt jedoch keinerlei Haftung für entstandene Personen- und Sachschäden bei unsachgemäßer und nicht vorschriftsgemäßer Ausführung!  Im Zweifel immer einen Fachmann beauftragen!
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